Das war die 58. Fußwallfahrt 2026

Die 58. Fußwallfahrt von Perchtoldsdorf nach Mariazell war geprägt von Gemeinschaft, Naturerlebnis, Anstrengung und innerer Einkehr. 114 Pilgerinnen und Pilger machten sich heuer auf den Weg, darunter 30 »Neue«, die zum ersten Mal das Abenteuer Wallfahrt wagen. Gemeinsam galt es 125 Kilometer und mehr als 3000 Höhenmeter zu bewältigen.

Schon auf der ersten Etappe zeigte sich der Weg von seiner schönsten Seite: Bei traumhaftem Frühlingswetter führte uns der Weg durch den aufblühenden Wienerwald. Zwischen frischem Grün, Vogelgezwitscher und Sonnenschein zog unsere Pilgergruppe über Heiligenkreuz und Mayerling bis nach Maria Raisenmarkt. Die Schönheit der Natur und das gemeinsame Unterwegssein ließen viele die Mühen des Weges kaum spüren.

Nach der Andacht in Maria Raisenmarkt machten sich dann einzelne Gruppen weiter auf zu ihren Quartieren im Raum Furth und Weißenbach. Müde Beine, aber erfüllte Herzen bildeten den Ausklang dieses ersten Tages. Die Vorfreude auf die kommenden Etappen und das Bewusstsein, Teil einer langen Tradition zu sein, die Menschen seit nunmehr 58 Jahren miteinander verbindet, wurde vielen so richtig bewusst.

Tag 2

Die zweite Etappe der 58. Fußwallfahrt begann besonders früh. Ein langer Marsch und etliche Höhenmeter waren am Programm. Noch in den frühen Morgenstunden machten sich die Pilger auf den Weg zur Steinwandklamm. Dort wurde eine Andacht gehalten, ehe einer der eindrucksvollsten Abschnitte der gesamten Wallfahrt begann: die Durchwanderung der wildromantischen Klamm mit ihren schmalen Holzstegen, steilen Leitern und dem finsteren Türkenloch. Das Plätschern des Wassers, die kühle Luft zwischen den Felsen und die ersten Sonnenstrahlen verliehen diesem Morgen eine besondere Stimmung.

Immer wieder öffnete sich der Blick auf den Schneeberg, der majestätisch in der Landschaft stand. Beim Karnerwirt wurde gemeinsam mit Pfarrer Reiter die besonders stimmungsvolle Messe gefeiert – ein Moment der Ruhe und Stärkung mitten auf dem langen Weg.

Danach wartete mit dem Unterberg die wohl größte Herausforderung des Tages. Schritt für Schritt kämpften sich die Wallfahrer über Wanderweg und Schipiste mit manch tiefen Atemzug bergauf. Nach der Mittagspause am Unterbergscvhutzhaus ging’s bergab ins Gries und schließlich nach Rohr im Gebirge.

Im Gemeindestadl erwartete die Pilger dann ein stimmungsvoller Kirtag mit Musik von den Wienerfeldern, Kuchen und Kaffee und von Frau Bürgermeister Kö gespendetem Freibier. Beim geselligem Beisammensein durfte natürlich auch das traditionelle Raunzen der zwei alten Wallfahrer nicht fehlen. Sie erklärten mit Nachdruck, dass früher ohnehin alles besser war und sorgten damit für viele Lacher und ausgelassene Stimmung.

Den würdigen Abschluss dieses langen Tages bildeten die gemeinsamen Lieder „Kein schöner Land“ und „Wahre Freundschaft“. Müde, aber erfüllt klangen die Stimmen durch den Stadl – ein Moment echter Gemeinschaft, wie ihn wohl nur eine Wallfahrt schenken kann.

Tag 3

Der dritte Tag der 58. Fußwallfahrt begann mit einer gemeinsamen Messe mit Bischofvikar, Pfarrer Richard Kager. Noch einmal wurde Kraft gesammelt für eine lange und anspruchsvollen Tag, der viele besondere Momente bereithielt.

Mit einem stillen Impuls machten sich die Pilger auf den Weg Richtung Kalte Kuchl. Inmitten der wunderbaren Landschaft wurde bewusst geschwiegen, jeder ging ein Stück des Weges mit seinen eigenen Gedanken, Sorgen und Hoffnungen. Umso größer war die Freude bei der Ankunft, wo bereits der traditionelle Milchrahmstrudel und Würste auf die Wallfahrer wartete – eine kleine Belohnung, die nach den ersten Kilometern besonders gut schmeckte.

Danach führte die Etappe weiter über den sogenannten Wurstweg nach St. Aegyd am Neuwalde. Dort wurde Mittagspause gehalten, viele genossen die Sonne und bevölkerten die Wiese hinter der Kirche um auszuruhen, ehe sie sich in der Kirche zu einer Andacht versammelten. Die kühle Ruhe des Gotteshauses stand im schönen Gegensatz zur Anstrengung des langen Tages.

Anschließend war die Rosenkranzwanderung der Startschuss für den nächsten langen Streckenabschnitt in die Unrecht Traisen. Sonnenschein, klare Luft und herrliche Ausblicke begleiteten die Gruppe, doch noch wartete die letzte große Herausforderung des Tages – der „Sturm auf das Gscheid“. Mit letzter Kraft, viel gegenseitiger Motivation und großem Durchhaltewillen erreichten die Wallfahrer schließlich die Höhe, wo sie mit Jubelrufen und Schnapserln herzlich empfangen wurden.

Danach ging es weiter zu den Quartieren in der näheren Umgebung. Ein langer, kräfteraubender, aber wunderschöner Tag fand sein Ende. Und zwischen Dankbarkeit und Müdigkeit mischte sich bei vielen bereits ein wenig Wehmut – denn allen wurde bewusst, dass diese besondere Wallfahrt schon fast wieder vorbei war.

Tag 4

Die letzte Etappe hatte eine besondere Stimmung. Schritt für Schritt durch die stille Schönheit der Walter, zum Hubertussee, dessen ruhiges Wasser wie ein Spiegel für die Gedanken der Pilger wirkte, wurde spürbar, wie sehr diese Tage verbinden und tragen.

Ein besonderer Moment war die Andacht in der Bruder-Klaus-Kapelle. Die Verteilung der Stofftragtaschen mit dem aufgedruckten Labyrinth erinnerte symbolisch an den Weg des Lebens, manchmal verschlungen, manchmal mühsam, aber immer mit einer Mitte, die Orientierung schenkt. 

Dann kam der bewegende gemeinsame Einzug nach Mariazell. Marienlieder erfüllten die Straße und die beeindruckende Schlange von 114 Pilgerinnen und Pilgern zog voller Stolz ihrem Ziel entgegen. 

Vor der Basilika bildete sich ein großer Kreis – ein starkes Zeichen der Zusammengehörigkeit. In der feierlichen Messe wurde Dank ausgesprochen für die unfallfreie Wallfahrt, für Begegnungen, Freundschaften und die Kraft, die jeder Einzelne erfahren durfte. Die Ehrungen erinnerten daran, wie viel Treue und Herzblut in der Tradition der Perchtoldsdorfer Fußwallfahrt steckt.

Einer der emotionalsten Höhepunkte war die abschließende Andacht vor dem Gnadenaltar. Das feierliche Marienrufen des Wienerfelder Chors erfüllte die Basilika mit einer tiefen, berührenden Atmosphäre. In diesen Momenten war spürbar, warum Menschen Jahr für Jahr diesen Weg auf sich nehmen.

Nach der Heimfahrt im Bus folgte der Einzug und die Schlussandacht in der Pfarrkirche und so schloss sich der Kreis dieser Wallfahrt. Beim gemütlichen Ausklang beim Heurigen wurde noch einmal gemeinsam gelacht, erzählt und zurückgeblickt auf Tage voller Glauben, Gemeinschaft und unvergesslicher Augenblicke.

Die 58. Fußwallfahrt nach Mariazell war mehr als nur ein gemeinsamer Weg – sie wurde zu einer Reise des Herzens, getragen von Gemeinschaft, Glauben und stiller Dankbarkeit.

Die 58. Fußwallfahrt nach Mariazell war mehr als nur ein gemeinsamer Weg – sie wurde zu einer Reise des Herzens, getragen von Gemeinschaft, Glauben und stiller Dankbarkeit.

Wir bedanken uns bei allen Teilehmern für die schönen Tage und freuen uns schon auf die 59. Fußwallfahrt von 29.4.-2.5.2027

Bis dahin behüte und beschütze Euch der liebe Gott!

Euer Wallfahrts-Organisationsteam