Dr. Mag. Pfarrer Richard Kager

Wie viele Wege, Straßen und Autobahnen gibt es in der Welt? Kein Mensch kann das sagen. Die meisten Wege führen an ein Ziel, manche laufen ins Nichts. Der Weg ist das große Bild unseres Lebens. Wir begreifen uns als Menschen auf dem Weg, denn unser ganzes Leben ist Bewegung auf ein Ziel hin. Wir sind auf dem Weg. Manchmal sind wir auch anderen Weg, sei es durch unser Vorbild oder unsere Begleitung.
Vielleicht ist die Wallfahrt auch deshalb für viele Menschen so ansprechend, weil sie unsere Existenz verdichtet und auf den Punkt bringt: Leben heißt unterwegs sein, allein und mit anderen, ein Ziel vor Augen haben, müde werden und rasten, immer wieder neu aufbrechen und nicht stehenbleiben.
Seit über 50 Jahren pilgert die Pfarre Perchtoldsdorf nach Mariazell. Für viele ist die Fußwallfahrt nach Mariazell im Lauf der Jahre und Jahrzehnte zu einem „Muss“ geworden. Sie erleben die Wallfahrt, die „via sacra“, als heiligen und heilenden Weg, freilich auch anstrengend und schweißtreibend, wie Lebenswege nun einmal sind. Wer am vierten Tag am Ziel in Mariazell ankommt, ist glücklich.
Mit jeder Wallfahrt ist auch die Hoffnung verbunden, einmal endgültig sein Ziel zu erreichen. Bis es so weit ist, hoffe ich, dass wir noch oft gemeinsam nach Mariazell pilgern werden.
Richard Kager
Pfarrer von Perchtoldsdorf
Dr. Richard Kager
ist Pfarrer von Perchtoldsdorf, Gießhübl und Kaltenleutgeben und leitet den Seelsorgeraum „Föhrenberge“.
Geboren und aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof in der Pfarre Mönichkirchen am Wechsel. Nach dem Theologiestudium und der Ausbildung im Priesterseminar durfte er als Diakon in Perchtoldsdorf ein Jahr lang viele prägende Erfahrungen für seinen weiteren Weg sammeln. Nach der Priesterweihe am 25. Juni 1994 war er Kaplan in Wien Ober St. Veit. Anschließend wechselte er für ein Doktoratsstudium nach Fribourg (Schweiz), wo er neben seinem Studium verschiedene Pfarren betreute.
Nach Abschluss des Doktoratsstudiums rief ihn Kardinal Schönborn zurück in die Heimat. Zunächst übernahm er 2004 die Leitung der Pfarre Schwadorf. Mittlerweile darf er auf viele Pfarren und pastorale Aufgaben zurückblicken, die er in diesen Jahren im Dekanat Schwechat betreut habe. Zuletzt leitete er den Pfarrverband Fischatal Nord, war Dechant des Dekanates Schwechat und als Feuerwehrpeer vorrangig im Bezirk Bruck an der Leitha im Einsatz.
