Der Kirtag in Rohr im Gebirge
Der Kirtag in Rohr im Gebirge ist nach dem anstrengenden Unterberg der Höhepunkt am zweiten Tag der Perchtoldsdorfer Wallfahrt. Nach dem steilen Abstieg vom Unterberg gelangt man nach Gries. Hier wurde viele Jahre der Alm-Kirtag im Gasthaus Gries abgehalten. Nach dessen Schließung wurde der Kirtag dann im Hof oder dem Saal des Gasthaus Kaiser Franz Josef, in Rohr am Gebirge abgehalten. Mittlerweile findet der Kirtag platzbedingt und wetterfest im Gemeindestadl neben dem Gasthaus Kaiser Franz Josef statt.
Sind alle Wallfahrer in Rohr eingetroffen, beginnt der Kirtag mit Liedern und fröhlichen Musikbeiträgen der Wienerfelder. Diese werden bereits Wochen vorher vorbereitet, oft aber auch erst beim marschieren tagesaktuell verfeinert und ergänzt. Meistens ist Karli, wie beim großen Vorbild dem Songcontest, als Übersetzer in die Gebärdensprache, aktiv mit dabei und sorgte mit seinen Verbiegungen und der genialen Mimik für viele Lacher.
Neben den Musikbeiträgen gibts meistens auch die Ehrung von langjährigen Mitgehern oder runden Geburtstagen.
Seit ein paar Jahren kommen die „2 alten Wallfahrer“ zu Besuch, die mit viel Witz ihre bissigen Kommentare zur Wallfahrt von früher und heute darbieten und für tolle Stimmung im Stadl sorgen. (Lieblingsspruch: „Früher war einfach alles besser!“)
Dabei machen sie mit ihren Weisheiten natürlich auch vor dem Herrn Pfarrer und der Frau Bürgermeister nicht Halt.
Früher sorgte auch noch Franz Kainrath mit seiner Ziehharmonika und dem Anton aus Tirol für musikalische Begleitung und ein Tänzchen in Ehren – so müde kann man gar nicht sein, dass der Elan des Einen oder Anderen nicht zu einem „Walzer“ oder „Ententanz“ ansteckt und Essen und Trinken kommen natürlich auch nicht zu kurz.
Ein weiteres Highlight sind nämlich das traditionelle Freibier, gespendet von der Perchtoldsdorfer Bürgermeisterin, die persönlich vorbeischaut. Es gibt Kuchen und Kaffee und von den Wienerfeldern noch ein Schnapserl oder zwei als Draufgabe.
Der Aufbruch naht, denn die Dusche, das Abendessen und ein warmes Bett warten in den verschiedenen Quartieren auf die Wallfahrer. Zum Abschluß reichen sich alle die Hände zu einem großen Kreis und mit einem ausvoller Brust gesungenen „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ und „Kein Schöner Land in dieser Zeit“ endet der Kirtag. Die Trennung nach so einem gemütlichen Nachmittag fällt schwer.
Der Kirtag früher
Früher war der Kirtag nicht ganz so organisiert und durchgetaktet und bestand hauptsächlich aus Witze erzählen, singen und Franz Kainrath mit seiner Quetschen.
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